Kommunikation

Das Organon-Modell
Foto: Wikimedia Commons, SVG: User:Quiethoo PNG: User:Hermy, User:Rorkhete Original: Karl Bühler (†1963), Organon-Modell Workaround, CC BY-SA 4.0

Die menschliche Sprache dient der Kommunikation. Aber was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Dazu gibt es verschiedene Erklärungen.

Irgendeine Art von Kommunikation nutzen Menschen und Tiere, um sich zu verständigen. Man unterscheidet hierbei zwischen intraspezifischer (innerhalb einer Art) und interspezifischer (zwischen verschiedenen Arten) Kommunikation.

Der Linguist Charles Sanders Peirce definiert es folgendermaßen: „Kommunikation liegt dann vor, wenn ein Organismus einem anderen Organismus ein Signal übermittelt, so dass dieser darauf angemessen reagieren kann.“ Die Sprache ist dabei eine spezielle Form der Kommunikation, die nur die Menschen besitzen. Der griechische Philosoph Plato beschreibt in seinem Werk Kratylos sie als „ein Mittel, mit dessen Hilfe einer dem anderen etwas über die Dinge mitteilt“.

In seiner Sprachtheorie präsentierte Karl Bühler 1934 das sogenannte Organonmodell (griechisch: organon = Werkzeug, Mittel), um die sprachliche Kommunikation zu beschreiben. Demnach benutzt ein Sender ein Zeichen, um einem Empfänger einen Sachverhalt mitzuteilen. Bei der Zeichenbenutzung (Darstellungsfunktion) sagt der Sender auch, z.B. durch Tonhöhe, etwas über sich selbst aus (Ausdrucksfunktion) und kann etwas beim Empfänger bewirken (Appellfunktion).

Ein alternatives Schema präsentierte Roman Jakobson 1960 in Linguistics and Poetics. Bei seinem Kommunikationsmodell steht statt des Zeichens die Mitteilung im Mittelpunkt, die einen Zusammenhang (Kontext) erfordern. Beim Kontakt zwischen Sender und Empfänger über einen vokal-auditiven (bzw. bei Gebärdensprachen gestisch-visuellen) Kanal wird die Mitteilung vom Sender encodiert und vom Empfänger decodiert. Daraus folgt auch, dass der Code beiden bekannt sein muss. Für den Empfänger gibt es drei Möglichkeiten, auf sprachliche Mitteilungen zu reagieren. Entweder setzt er die sprachliche Kommunikation fort oder er reagiert auf andere Weise oder er zeigt kein erkennbares Verhalten. Aber auch die scheinbare Nicht-Reaktion ist bedeutend, denn Paul Watzlawick stellt ausdrücklich fest: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“

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