Böse Sprache führt zu bösen Handlungen

Spätestens seit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte wissen wir, wie sehr eine negative, mit ausgrenzenden Begriffen besetzte Sprache auch die Gedanken und Handlungen der Menschen negativ beeinflussen kann. Spätestens seit dem jüngsten Konflikt zwischen CDU und CSU müssen wir uns daran erinnern. Denn die bayerische Dorfpartei bewegt sich ganz extrem nach rechts und zieht auch die sogenannte Schwesterpartei mit.

Flüchtling vor Zaun
Flüchtlinge werden auch sprachlich ausgegrenzt.

Beginnen wir mal mit dem Begriff „Transitzentrum“, der bei genauerer Betrachtung äußerst zynisch ist. Transit kommt vom lateinischen „transire“ und das bedeutet durchgehen oder durchqueren. In diesen CSU-Gefängnissen geht es aber ums schnelle Zurückgehen. Das sind also eher Reditzentren (redire = zurückgehen). Außerdem erinnert das Wort Transitzentrum, wenn es mal übersetzt, schnell an das Durchgangslager.Hinzu kommt das schlimme Wort Grenzregime. Der Begriff Regime wird doch üblicherweise für Staaten mit totalitären, diktatorischen Herrschern benutzt. Ist die CSU schon soweit?

Vor rund drei Jahren gab es einen anderen Begriff, der die Berichte prägte: Willkommenskultur. Davon ist zumindest in der Politik nichts übrig geblieben. Stattdessen ziehen derzeit viele Kommentatoren Vergleiche zur Konferenz von Évian. Zum Beispiel in diesem Interview: „Der Westen schottet sich ab. Nicht zum ersten Mal. Vor 80 Jahren diskutierten 32 Staaten in Évian, ob sie verfolgte Juden aufnehmen sollten. Die Historikerin Mirjam Zadoff über damals und heute.“

Wie die Sprache die Flüchtlingspolitik negativ beeinflusst, zeigen exemplarisch auch diese beiden Beiträge bei Spiegel Online: